Skat Regeln einfach erklärt

Von Jack Wallner · Zuletzt aktualisiert

Skat ist ein Stichspiel für drei Personen, das mit 32 Karten gespielt wird. Beim Reizen wird ein Alleinspieler ermittelt, der den Skat aufnimmt, zwei Karten drückt und sein Spiel ansagt: ein Farbspiel, Grand oder Null. Im Farbspiel und im Grand gewinnt er mit 61 von 120 Augen, im Null, wenn er keinen Stich bekommt. Der Spielwert ist der Grundwert mal die Summe der Fälle, in die die Matadore (Spitzen) eingehen.

Wie viele Karten und Augen hat ein Skatblatt?

Ein Skatblatt hat 32 Karten mit zusammen 120 Augen. Skat wird mit 32 Karten gespielt: Sieben bis Ass in vier Farben. Die Farben haben eine feste Rangfolge: Kreuz, Pik, Herz, Karo. Jede Karte zählt Augen. Das Ass bringt 11, die Zehn 10, der König 4, die Dame 3 und der Bube 2. Neun, Acht und Sieben zählen nichts. Zusammen sind es 120 Augen.

Gespielt wird zu dritt. Jeder bekommt 10 Karten, zwei weitere liegen verdeckt als Skat in der Mitte. Der Geber teilt 3 Karten an jeden, dann 2 in den Skat, dann 4 und zuletzt 3.

Wie funktioniert das Reizen beim Skat?

Beim Reizen bieten die Spieler Reizwerte, und wer den höchsten Wert bietet oder hält, wird Alleinspieler. Er spielt gegen die beiden anderen, die zusammen die Gegenpartei bilden. Die Plätze heißen Vorhand (links vom Geber, spielt aus), Mittelhand und Hinterhand (der Geber). Mittelhand beginnt zu reizen und sagt Vorhand eine Zahl. Vorhand antwortet mit „ja“ (hält) oder passt. Dann reizt Hinterhand gegen den Sieger dieser Runde.

Die niedrigsten Reizwerte sind 18, 20, 22, 23, 24, 27, 30, 33, 35, 36, 40, 44, 45, 46, 48 und 50. Gereizt werden darf nur eine Zahl, die irgendein Spiel wirklich wert sein kann. Wer am Ende den höchsten Wert geboten oder gehalten hat, spielt allein, und er muss diesen Wert mit seinem Spiel erreichen.

Passen alle drei, wird eingepasst und neu gegeben. Viele Runden spielen stattdessen Ramsch. Das ist eine Hausregel und steht nicht in der Internationalen Skatordnung.

Welche Spielarten gibt es beim Skat?

Es gibt drei Spielarten: Farbspiel, Grand und Null. Nach dem Reizen nimmt der Alleinspieler den Skat auf, legt zwei beliebige Karten wieder ab (drücken) und sagt dann sein Spiel an. Es gibt drei Gattungen.

SpielTrumpfGrundwert
KaroVier Buben, dann Karo: Ass, Zehn, König, Dame, Neun, Acht, Sieben (11 Trümpfe)9
HerzVier Buben, dann Herz10
PikVier Buben, dann Pik11
KreuzVier Buben, dann Kreuz12
GrandNur die vier Buben24
NullKein Trumpf. Reihenfolge: Ass, König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht, Siebenfest 23

Die Buben sind immer die höchsten Trümpfe: Kreuz-Bube, Pik-Bube, Herz-Bube, Karo-Bube. Im Nullspiel sind sie dagegen ganz normale Karten der Farbe. Nullspiele haben feste Werte: Null 23, Null Hand 35, Null ouvert 46, Null ouvert Hand 59. Sie sind gewonnen, wenn der Alleinspieler keinen einzigen Stich bekommt.

Beim Handspiel bleibt der Skat liegen. Das ist riskanter und bringt eine zusätzliche Stufe im Spielwert. Bei ouvert legt der Alleinspieler seine Karten offen auf den Tisch.

Was heißt Bedienen beim Skat?

Bedienen heißt, eine Karte der ausgespielten Farbe oder Trumpf zuzugeben, wenn man kann. Vorhand spielt die erste Karte aus. Wer den Stich gewinnt, spielt als Nächster aus. Die beiden anderen müssen bedienen: Wird eine Farbe oder Trumpf ausgespielt, muss jeder eine Karte derselben Art zugeben, wenn er kann. Wer nicht bedienen kann, darf stechen (Trumpf zugeben) oder eine beliebige Karte abwerfen. Im Farbspiel und im Grand gehört ein Bube nie zu seiner Farbe: Er ist Trumpf und wird nur auf Trumpf bedient.

Karo ist Trumpf. Vorhand spielt Herz-Ass aus, Mittelhand muss bedienen und legt Herz-König. Hinterhand hat kein Herz und sticht mit der Karo-Neun.

Hinterhand gewinnt den Stich, weil Trumpf jede Farbkarte schlägt. Er enthält 11 + 4 + 0 = 15 Augen.

Wann ist ein Skatspiel gewonnen?

Im Farbspiel und im Grand gewinnt der Alleinspieler mit dem 61. Auge. Die Augen im Skat bzw. in den gedrückten Karten zählen zu ihm. Im Null zählen keine Augen: Er gewinnt, wenn er keinen Stich bekommt. Schneider ist die Partei, die höchstens 30 Augen hat. Schwarz ist die Partei ohne einen Stich.

Wie berechnet man den Spielwert mit Matadoren?

Der Spielwert eines Farb- oder Grandspiels ist Grundwert × Summe der Fälle. Die Summe der Fälle setzt sich so zusammen:

Beispiele:

1. Herz mit zwei, Skat aufgenommen, 78 Augen. Spitzen 2 + Spiel 1 = 3, mal 10 = 30. Bei gereizten 27 ist das gewonnen.

2. Kreuz mit einem, 93 Augen. Die Gegner haben nur 27 Augen, sind also Schneider. Spitzen 1 + Spiel 1 + Schneider 1 = 3, mal 12 = 36.

3. Grand Hand ohne zwei, gewonnen ohne Schneider. Spitzen 2 + Spiel 1 + Hand 1 = 4, mal 24 = 96.

4. Kreuz mit zwei, 58 Augen, gereizt 36. Das Spiel wäre 3 × 12 = 36 wert, ist aber verloren. Jedes verlorene Spiel wird doppelt abgeschrieben: minus 72.

5. Karo mit einem, 77 Augen, gereizt 23. Der Spielwert wäre 2 × 9 = 18, das deckt die 23 nicht. Man ist überreizt, auch bei 77 Augen. Es zählt das nächste Vielfache von 9, das 23 erreicht, also 27, doppelt abgeschrieben: minus 54.

Prüfe den Reizwert deshalb vor dem Ansagen: Grundwert × Summe der Fälle muss mindestens den gereizten Wert erreichen.

So hilft Skat Trainer

Skat Trainer ist eine Übungs-App für iPhone und iPad. Vier Übungsräume sind kostenlos, Skat+ ist optional. In kurzen Einheiten übst du Kartenwerte, Reizen, die Spielarten, das Drücken und das Stichspiel. Zu jeder Antwort zeigt die App die Begründung, auch beim Spielwert mit Matadoren. Es gibt keine Mitspieler und kein Konto, und alles läuft offline. So sitzt die Rechnung, bevor am Tisch jemand 30 oder 36 sagt.

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Skat Trainer übt Kartenwerte, Reizen, Spielarten, Drücken und Stichspiel mit der Begründung zu jeder Antwort. Kostenlos für iPhone und iPad.

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Häufige Fragen

Wie viele Augen braucht man zum Gewinnen bei Skat?

Im Farbspiel und im Grand braucht der Alleinspieler 61 von 120 Augen. Die Augen im Skat und in den gedrückten Karten zählen zu ihm. Im Null gelten die Augen nicht: Er gewinnt, wenn er keinen Stich bekommt.

Was bedeutet Reizen beim Skat?

Beim Reizen bieten die Spieler Zahlen, die der Spielwert ihres geplanten Spiels erreichen muss. Wer den höchsten Wert bietet oder hält, wird Alleinspieler und spielt gegen die beiden anderen.

Was sind Matadore beim Skat?

Matadore oder Spitzen sind die höchsten Trümpfe in ununterbrochener Reihenfolge, beginnend mit dem Kreuz-Buben. Hat der Alleinspieler sie, spielt er „mit“ so vielen, fehlen sie ihm, spielt er „ohne“ so viele. Die Anzahl erhöht den Spielwert.

Wie berechnet man den Spielwert beim Skat?

Grundwert mal Summe der Fälle. Grundwerte: Karo 9, Herz 10, Pik 11, Kreuz 12, Grand 24. Zur Summe der Fälle zählen die Spitzen, das Spiel selbst und Stufen wie Hand und Schneider.

Was passiert, wenn man sich überreizt?

Das Spiel ist verloren, auch wenn man mehr als 60 Augen erreicht. Berechnet wird das kleinste Vielfache des Grundwerts, das den Reizwert deckt, und es wird doppelt abgeschrieben.

Wie reizt man beim Skat richtig?

Rechne vor dem Reizen den Wert deines besten Spiels aus: Grundwert mal Summe der Fälle, also Spitzen plus 1 für das Spiel, dazu 1 für Hand, wenn du den Skat liegen lässt. Reize höchstens bis zu diesem Wert, denn wer mehr bietet, als sein Spiel wert ist, hat sich überreizt und verliert doppelt. Mittelhand sagt Vorhand die Werte 18, 20, 22, 23 und so weiter, Vorhand hält mit „ja“ oder passt, danach reizt Hinterhand gegen den Sieger.

Ist Skat schwer zu lernen?

Nicht besonders. Die Grundregeln sind überschaubar: 32 Karten, drei Spieler, und der Alleinspieler gewinnt im Farbspiel und im Grand mit 61 von 120 Augen. Mehr Übung brauchen das Reizen und der Spielwert mit Matadoren, weil du vor dem Bieten rechnen musst, und die Regel, dass Buben im Farbspiel und im Grand immer Trumpf sind. Diese Teile übt man am besten an vielen kurzen Beispielen.

Quellen

Die Beispiele folgen der Internationalen Skatordnung ohne Turnierbonus. Hausregeln können abweichen, zum Beispiel beim Ramsch. Skat Trainer ist eine unabhängige App und nicht mit dem Deutschen Skatverband verbunden.